NOTFALLVORSORGE

Neuer Defibrillator am Gerätehaus der Löschgruppe Bronsfeld



Auf Initiative der Löschgruppenführung wurde am Feuerwehrgerätehaus in Bronsfeld, direkt neben dem Tor, vor wenigen Wochen ein automatisierter externer Defibrillator kurz AED angebracht. Dieser ist ab sofort einsatzbereit.

Die Intention, einen AED für Bronsfeld zur Verfügung zu stellen, ergab sich aus dem Gedanken einen Mehrwert für den Ort zu schaffen und in Notfällen schnell handlungsfähig zu sein. Der Aufstellort am Gerätehaus wurde dabei bewusst gewählt, denn neben der zentralen Lage sind die Kameradinnen und Kameraden der Löschgruppe regelmäßig vor Ort und haben einen Blick auf das Gerät. Der AED ist öffentlich zugänglich und soll im Notfall von „Jedermann“ genutzt werden, betonte Löschgruppenführer René Stoff.

Installiert wurde der AED durch den Verein Lebensretter im Kreis Euskirchen e.V., welcher sich eine flächendeckende Ausstattung mit AEDs im Kreis Euskirchen zum Ziel gesetzt hat. So konnte bisher mehr als 140 Geräte installiert werden.

„Wenn das Herz eines Menschen zu schlagen aufhört, geht es um jede Sekunde. In rund 180 Fällen pro Jahr rückt der Rettungsdienst im Kreis Euskirchen zu solchen Herz-Kreislauf-Stillständen aus. Um Leben zu retten und das Zeitfenster bis zum Eintreffen einer Notärztin oder eines Notarztes zu überbrücken ist es wichtig, entsprechende Geräte zur Verfügung zu stellen und möglichst viele Menschen zur Erste-Hilfe-Leistung zu motivieren, so Daniel Pöthmann von den Lebensrettern.

Wird die Schutzhülle um den Defibrillator geöffnet, ertönt ein Alarm. Davon sollen sich Anwender im Ernstfall nicht irritiert fühlen. Der Alarm dient dem Schutz des Gerätes vor Diebstahl und Beschädigung. Weiterhin ist der AED registriert und wird stetig überwacht. Automatisierte Externe Defibrillatoren, kurz AEDs, wurden entwickelt, damit auch Personen, die nicht über medizinisches Grundwissen verfügen, Leben retten können. „Die Anwendung ist selbsterklärend und auch für Laien anwendbar“, nimmt Daniel Pöthmann die Angst davor. 

Der vollautomatisierte Defibrillator ist sehr benutzerfreundlich. Nach Öffnen der Klappe startet sofort eine Sprachanweisung, welche die kommenden Schritte kleinteilig erklärt und voraussagt. So ist es auch ungeschulten Anwendern möglich, das Gerät zu nutzen. Neben der Sprachanweisung gibt es auch Bildanweisungen. Regelmäßige Selbsttests, vollautomatische Schockgabe und Feedbackelektroden unterstützen die Funktion zusätzlich.

Neben dem gängigen Modus für Erwachsene verfügt das Gerät auch über einen Modus für Kinder, welcher auf Knopfdruck eingeschaltet werden kann. Dieser sondert einen reduzierten Schock aus, da der Körper eines Kindes weniger Energie als ein Erwachsenenkörper aufnehmen kann.

Die Kreissparkasse Euskirchen war schnell als Unterstützer an Bord und sicherte eine Zuwendung von 1.500€ zu. Bei anfallenden Gesamtkosten von ca. 2.000€, suchte die Löschgruppe nach Möglichkeiten zur Deckung der Restsumme. Nach längerer Abstimmung war klar, dass ein Zuschuss aus öffentlichen Mitteln, wie z.B. durch die Bürgerstiftung Schleiden nicht zu erlangen sei, da die Löschgruppe nicht als Verein agiert. Die Mitglieder waren sich bereits einig, den fehlenden Betrag aus der Mannschaftskasse beizusteuern, als die Kreisparkasse signalisierte den Betrag auf 2.000€ aufzustocken und somit die Gesamtkosten zu decken.  Dafür bedankten sich Löschgruppenführer René Stoff und sein Stellvertreter Jan Hirschberg im Rahmen der offiziellen Übergabe noch einmal recht herzlich bei Katherine Twiehoff, Vertreterin der KSK.

Der demografische Wandel, insbesondere die besonders in ländlichen Gebieten steigende Anzahl älterer Menschen sowie die schnelle Verfügbarkeit von Rettungskräften in Verbindung mit den im Einsatzfall z.T. zurückzulegenden längeren Wegstrecken, unterstreichen den Mehrwert von AEDs und die schnelle Verfügbarkeit von freiwilligen Helferinnen und Helfern in besonderer Weise. 

Um die schnelle Verfügbarkeit von Ersthelfern im Kreis zu steigern, setzt der Kreis Euskirchen unter anderem auf die Anwendung Corhelper. Qualifizierte Helferinnen und Helfer, die sich in der Nähe eines Notfallortes befinden, können durch die Einheitliche Leitstelle des Kreises Euskirchen (Rettungsleitstelle) gezielt alarmiert werden und mit ersten Maßnahmen zur Wiederbelebung, z.B. mit einem AED, beginnen.

Das System basiert auf einer Smartphone-App, bei der sich Interessierte ab dem 18. Lebensjahr registrieren und einen Nachweis über ihre Qualifizierung als in Erster Hilfe geschulte Person (bspw. Erste-Hilfe-Lehrgang) hochladen. Nach einer mehrstündigen Fortbildung durch den Kreis Euskirchen werden die Accounts der potenziellen Ersthelferinnen und -helfer aktiviert.

In enger Abstimmung mit den anderen Bronsfelder Ortsvereinen, möchte die Löschgruppe im Frühjahr 2025 gemeinsam mit den Lebensrettern Schulungstermine anbieten. Hier sollen möglichst viele Interessierte über das Funktionsweise des Geräts informiert und auf den Umgang damit vorbereitet werden.


Weitere Informationen zum Projekt:
www.lebensretter-eu.de
corehelper.de

(Autor: Löschgruppe Bronsfeld)